Supply Chain Days 2017 – Rückblick

Sind Cloud-Plattformen die Lösung der Zukunft? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Diskussionen und Vorträge der 11. Supply Chain Days, am 21. und 22. Juni in Heidelberg. Mehr als 120 Experten und Wissenschaftler haben sich darüber ausgetauscht, Szenarien entwickelt und Praxisbeispiele erörtert – u. a. von den Unternehmen Trumpf Werkzeugmaschinen, Uber, adidas, BMW, Siemens und Procter & Gamble.

Einmal mehr ging es um die Herausforderung, wie die Digitalisierung das Supply-Chain-Management der Unternehmen verändert. Den Rahmen für die Diskussionen bildete die Eröffnungsrede von EY-Partner Dr. Christoph Kilger, der die Weiterentwicklung des traditionellen Supply-Chain-Managements hin zu einem Eco-System von Firmen skizzierte.

Ein zentrales Element in diesem Eco-System – der „Supply Chain of the Future“ – werden demnach Cloud-Plattformen sein, die die zunehmende Arbeitsteilung in der Industrie organisieren und eine hohe Datentransparenz garantieren – immer mit dem übergeordneten Ziel der Steigerung der Produktivität.

Highlights der Diskussionen und Vorträge
In seinem Schlusswort fasste Dr. Christoph Kilger, Partner bei EY, die Diskussionen zum Thema Innovationen zusammen:

  • Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf die Produktivität von Unternehmen? In seinem Vortrag ging Prof. Dr. Clemens Fuest vom ifo-Institut dieser Frage nach und lieferte klare Hinweise auf eine Produktivitätssteigerung – anhand von mikroökonomischen Daten.
  • Dr. Stephan Fischer, Leiter der Softwareentwicklung bei Trumpf Werkzeugmaschinen, gab einen Einblick in die digitale Transformation der Firma. Trumpf hat sich seit seiner Gründung immer wieder neu erfunden. Jetzt ist das Unternehmen dabei, seine Digitalisierung ganzheitlich voranzutreiben, um sich auch in Zukunft auf dem Markt zu behaupten.
  • Über Marktplatzökonomie sprach Garrett van Ryzin, der sich für Uber mit Marktplätzen und dynamischem Pricing beschäftigt. Er betonte die vorrangige Notwendigkeit, Bedarf und Supply in Einklang zu bringen, um Kundenanfragen zu 100 Prozent bedienen zu können. Dieses Prinzip möchte er auf die Supply Chain übertragen – z. B. mittels 3-D-Druck und Auftragsfertigung.
  • Einen Gegenpunkt setzte Gustavo Ghory von Procter & Gamble – einem der produktivsten Unternehmen der Konsumgüterindustrie. Seinen Erfolg hat Procter & Gamble nämlich ganz ohne Digitalisierung erreicht – durch die Entwicklung eines integrierten Produktionssystems, das die Mitarbeiter mit einbezieht und Produktionsverluste rigoros nachverfolgt. Dennoch betonte auch Ghory die Notwendigkeit der digitalen Weiterentwicklung – allerdings auf Basis eines bestehenden, funktionierenden Produktionssystems.
  • Im Spannungsfeld der verschiedenen Ansätze konnten sich die Teilnehmer rege und kritisch austauschen – über Themen wie Transparenz, Offenheit der Unternehmen, digitale Produktmodelle (Siemens), automatisierte Unternehmensführung (Drägerwerke) oder die Lieferkette als Regelkreis.
  • Ein weiteres Highlight der Veranstaltung bildeten das Galadinner im Schlosshotel Molkenkur und eine spannende Dinner Speech: Christoph Bornschein, Gründer und CEO von Torben, Lucy und die gelbe Gefahr, sprach über die Bedeutung digitaler Plattformen für den industriellen Bereich, die nicht unterschätzt werden dürfe.

Herausragende Teilnehmerstimmen zur Veranstaltung:

Ernst Esslinger, Director Methods/Tools, HOMAG GmbH:
„Ich war 2017 zum ersten Mal bei den Supply Chain Days in Heidelberg. Man merkt sofort, hier treffen sich Supply-Chain-Profis, die mit Leib und Seele dabei sind. Zahlreiche Fachvorträge aus der Industrie, dem Handel und dem Dienstleistungs- und Servicegewerbe regen zur Diskussion an. Kritische Beiträge hinterfragen die aktuellen Trends der Digitalisierung. Besonders wertvoll war der enge persönliche Erfahrungsaustausch mit den hochkarätigen Teilnehmern und Referenten, von denen viele nicht zum ersten Mal da waren.“

Gerald Digruber, Global Planning, adidas AG:
„Es waren meine ersten Supply Chain Days in Heidelberg und ich bin sehr positiv überrascht, wie inspiriert ich von dieser Veranstaltung in den Berufsalltag zurückgekommen bin. Teilweise fühlte ich mich in meine Studienzeit zurückversetzt, als ‚Professoren‘ über Regelwerke, makroökonomische Entwicklungen und Ähnliches konferierten. Die Mischung mit innovativen Themen mit dem Schwerpunkt Digitalisierung hat auf den aufgefrischten Grundlagen aufgebaut und somit war die Agenda ein stimmiges Gesamtwerk. Danke für die schönen Tage in einer angenehmen Atmosphäre und mit netten Leuten!“

Supply Chain Days 2018
Die Fortsetzung der Diskussionen im Rahmen der 12. Supply Chain Days ist für den 6. und 7. Juni 2018 geplant. Bitte merken Sie sich den Termin schon heute vor.

Für Fragen oder Anregungen, was bei den Supply Chain Days 2018 auf keinen Fall fehlen sollte, oder wenn Sie einen Referenten vorschlagen oder selbst als Referent dabei sein möchten, kommen Sie gerne auf uns zu.

Bitte senden Sie hierfür eine E-Mail an: info@supply-chain-days.de